GRUNDSCHULE ELSFLETH

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Die Wunderblume                                              

 

von Marten Eilers

 

 Tobias pflanzt im Garten eine Blume.

Am Abend gießt er sie noch einmal und in der Nacht wächst sie bis zum Mond.

 

Morgens staunt er und klettert hinauf. Zum Glück hat die Blume viele Blätter. Er kann sich von Blatt zu Blatt hoch ziehen.

Er sieht die kleinen Häuser unter sich und bekommt einen Schreck wie hoch er schon ist.

Steht da unten seine Mutter im Garten? Sie wird sich bestimmt Sorgen machen.

 

Tobias ist ratlos, was soll er jetzt machen? Umkehren oder weiterklettern.

 

Tobias entscheidet sich fürs Weiterklettern. Er ist viel zu neugierig.

 

Plötzlich wird ihm ganz kalt. Er setzt sich auf ein Blatt und überlegt, was seine Eltern wohl machen.

Ob sie ihm vielleicht nachklettern?

Hoffentlich nicht, seine Mutter hat doch Höhenangst.

 

Tobias guckt nach oben und sieht, dass er gleich durch die Wolken klettern muss. Er überlegt, was wohl darüber sein wird.

 

Etwas komisch ist ihm schon. Er holt tief Luft und klettert weiter.

Er sieht zwar jetzt nichts mehr, aber die Wolken spürt man nicht. Es ist wie dichter Nebel. Tobias hat ein bisschen Angst.

 

Plötzlich wird es sehr hell. Die ersten Sonnenstrahlen kitzeln seine Nase. Er muss sehr oft niesen und wäre fast heruntergefallen. Er kann sich gerade noch mal am Stängel festhalten.

 

Plötzlich hört Tobias Geräusche. Was könnte es sein, überlegt er.

Da entdeckt er einen glitzernden Weg. Dann sieht er, dass der Weg aus vielen funkelnden Sternen besteht.

 

Tobias klettert vorsichtig von der Blume. Er folgt dem schönen Weg.

Die Geräusche werden immer lauter. Tobias merkt, dass es das Lied: „Fröhliche Weihnacht überall“ ist.

Wer singt denn hier?

 

Der Weg macht einen Bogen und führt zu einem Haus. Es ist sehr groß.

 

Tobias denkt: “Was ist denn das bloß für ein Haus?“

Ein Haus im Himmel, er ist ratlos.

 

Plötzlich öffnet sich eine riesengroße Eingangstür. Tobias hält die Luft an.

 

Ein Engel kommt aus der Tür und sagt:“ Hallo Tobias, möchtest du hereinkommen?“ Tobias fragt:“ Wo bin ich denn hier?“ Der Engel antwortet:“ Hier wohnt der Weihnachtsmann.“

 

Tobias folgt dem Engel ins Haus.

Ganz viele Engel und Wichtel laufen herum.

 

In einer großen Eingangshalle stehen sehr viele Geschenke und es wird fleißig gearbeitet.

 

Die Wichtel stellen Teddys, Puppen, Fahrräder, Betten und alles andere her.

 

Tobias steht daneben und staunt:„Macht ihr die Geschenke für alle Kinder auf der Welt hier im Himmel?“

Der Engel antwortet :“Ja was hattest du denn gedacht? Wir machen die Geschenke für die ganze Welt. Wir haben das ganze Jahr viel zu tun. Nur im Januar haben wir frei. Gott sei Dank ist es bald soweit.“

 

Tobias fragt einen Wichtel, ob er helfen kann. Der Wichtel guckt ihn erstaunt an. Er sagt zu ihm:“ Komm, ich bringe dich in die Weihnachtsküche. Da darfst du Kekse backen.“

 

Tobias ist damit einverstanden.

Er hat nach dem anstrengenden Klettern so großen Hunger bekommen. Vielleicht darf er ein paar Kekse probieren.

 

Als Tobias in der Weihnachtsküche steht duftet es herrlich nach leckeren Keksen.

 

Sein Magen fängt laut an zu knurren.

Es läuft laute Weihnachtsmusik und trotzdem hört ein netter Engel seinen Magen knurren.

 

Der Engel sagt :“Hallo Tobias, du hast doch sicher von deinem vielen Klettern Hunger. Ich koche dir erst mal eine warme Engelssuppe.“

 

Der Engel nimmt einen Teller. Tobias traut seinen Augen nicht, denn plötzlich hat der Engel eine Suppe im Teller.

 

Die Suppe sieht ganz anders aus, als bei ihm zuhause.

Die Suppe glitzert, als wären tausend kleine Sterne darin.

 

Als Tobias einen Löffel probiert, wird ihm warm und es geht ihm wunderbar. Eine echte Engelssuppe! Er genießt sie.

 

In der Zwischenzeit machen sich Tobias Eltern unten auf der Erde große Sorgen.

Tobias ist verschwunden und im Garten steht eine Riesenblume, so hoch, dass sie in den Wolken verschwindet.

Sie rufen bei allen Freunden von Tobias an und schließlich bei der Polizei.

 

Tobias merkt von all dem nichts. Er ist glücklich bei den Engeln im Himmel.

 

Nach der Suppe gibt der Engel Tobias eine Schürze und ein paar Ausstechformen. Jetzt backt Tobias Weihnachtskekse.

 

Plötzlich geht die große Küchentür auf und der Weihnachtsmann steht da. Die Musik geht aus und alle hören auf zu reden.

 

Der Weihnachtsmann geht genau auf Tobias zu. Tobias stockt der Atem.

 

„Herzlich Willkommen Tobias!“, begrüßt der Weihnachtsmann Tobias. „Pass auf mein Junge, auf der Erde habe ich gesehen, dass deine Eltern ganz verzweifelt sind, sie wissen nicht wo du bist. Du solltest schnell zurück nach Hause!“

 

Aber Tobias antwortet ängstlich:“ Aber ich fürchte mich alleine die Riesenblume runterzuklettern.“

 

„Du hast Glück.“, antwortet der Weihnachtsmann. „Ich bereite gerade meinen Schlitten und die Rentiere vor. In 3 Stunden fliege ich los und bringe Geschenke nach England. Du kannst mir helfen die Geschenke einzuladen. Dann darfst du mitkommen und ich setze dich zuhause ab.“

 

Tobias kriegt große Augen und stammelt:“ Oh oh oh wie toll“

Er ist total aufgeregt. Er verabschiedet sich von den Engeln und bekommt noch eine große, dicke Tüte Kekse mit.

Der Schlitten vom Weihnachtsmann sieht wunderschön aus. Als alle Geschenke im Schlitten liegen, darf Tobias einsteigen.

 

Die Rentiere werden festgemacht und der Weihnachtsmann setzt sich neben Tobias. Er sagt:“ Halte dich sehr gut fest, jetzt geht es los.“

 

Der Schlitten startet in einem Affenzahn und Tobias wird in seinen Sitz gedrückt. In einem großen Bogen geht es in den Nachthimmel.

Tobias ist glücklich, es ist wie im Märchen.

 

Dann kommt der Landeanflug.

Tobias macht es riesigen Spaß, so schnell im Schlitten durch die Luft zu rasen Die Erde kommt immer näher und näher

Tobias entdeckt seine Stadt, seine Straße und dann seinen Garten.

Auch die Wunderblume sieht er . Die Blüte fliegt neben ihnen her.

 

Genauso schnell wie sie sich der Erde nähern, wird die Wunderblume kleiner.

 

Der Weihnachtsmann greift in seine Manteltasche und verstreut eine große Portion Sternenstaub. Sofort hat Tobias das Gefühl, der Schlitten schwebt.

 

Ganz sanft landen sie in Tobias Garten.

Der Weihnachtsmann ruft ganz laut:“ Hoho! Frohe Weihnachten!“

 

Die Eltern stürmen aus dem Haus. Sie freuen sich sehr, Tobias endlich wiederzusehen.

 

Tobias ruft:“ Hallo Mama, hallo Papa! Ich hab euch Kekse mitgebracht!“

 

Tobias Mutter fragt:“ Wo warst du denn? Ist das etwa der Weihnachtsmann?“

 

„Genau der bin ich und ich muss schnell wieder los, denn ich habe sehr viel zu tun. Alles Gute und auf Wiedersehen.“

Er läd noch schnell Tobias Geschenke ab und streut glitzernden Sternenstaub auf seine Rentiere.

 

Wie eine Rakete zischt der Schlitten in den Himmel.

Tobias winkt dem Weihnachtsmann noch hinterher.

Der Schlitten ist wie eine glitzernde Sternenspur.

 

Die Wunderblume sieht wieder fast so aus wie am Anfang. Nur sie glitzert jetzt ganz toll.

 

Der Vater sagt:“ Kommt ins Haus. Wir wollen Weihnachten feiern und du Tobias musst uns erst mal deine ganze Geschichte erzählen.